Brandstifter legt in einem Jahr 16 Feuer


Dudweiler : Brennpunkt Fischbachstraße 5a in Dudweiler: Polizei rückt in 20 Monaten 92-mal an. Seit August 2019 zündelt dort auch noch ein Feuerteufel.

Anwohner befürchten, dass es eine Frage der Zeit ist, bis eine Katastrophe geschieht. Es geht um die Fischbachstraße 5a in Dudweiler. In dem Haus hat die Stadt Saarbrücken Obdachlose untergebracht. Dort gab’s am Sonntag um 19.20 Uhr einen Großeinsatz. 43 Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr Dudweiler und der Berufsfeuerwehr Saarbrücken rückten mit acht Fahrzeugen an. Zudem der Rettungsdienst mit drei und die Polizei mit einem. Am Gebäude brannte eine Couch. Das Feuer war schnell gelöscht, durch geöffnete Fenster aber Rauch ins Haus gezogen. Zwei Trupps unter Atemschutz kontrollierten das Gebäude – und fanden einen Mann in einer verrauchten Wohnung. Er kam mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus.

Einsätze wie diesen gibt es oft in der Fischbachstraße 5a. Die zuständige Polizei in Sulzbach bestätigt SZ-Infos, wonach es dort eine Serie von Brandstiftungen gibt: 16 Fälle seit 31. August 2019. In allen habe ein Unbekannter vorsätzlich Gegenstände im Flur oder vor dem Haus in Brand gesetzt. Sechsmal wurden Mülltonen vorm Haus angezündet, am Sonntag die Couch. Brisant sind die neun gelegten Brände im Haus. Die Polizei listet auf: Anzünden von Papier/Müll im Hausflur vor der Tür eines Bewohners am 31. August und am 23. Dezember 2019 sowie am 1. Juli, am 7. Juli, am 31. Juli und am 2. August 2020, Anzünden eines Kinderwagens im Hausflur am 14. Mai 2020, Anzünden von Müll im Hausflur am 4. August 2020.

Alle Brände wurden laut Polizei rechtzeitig entdeckt. Sie endeten bis auf den am Sonntag ohne Verletzte. Wohl auch, weil die Feuerwache Dudweiler einen Steinwurf entfernt liegt und die Einsatzkräfte schnell vor Ort waren. In einigen Fällen löschten Bewohner das Feuer. Meist entstand Schaden an den in Brand gesetzten Behältern oder am Gebäude – etwa abgeplatzter Putz, verkohlte Türen, teilt die Polizei mit, die noch öfter als die Feuerwehr in der Fischbachstraße 5a war. Die SZ fragte nach, wie viele Einsätze es zwischen Januar 2019 und August 2020 gab: 92-mal rückte die Polizei an. Die Anlässe reichen von Ruhestörung bis zu Körperverletzung.

Das Gebäude mit 20 Wohnungen gehört der Immobiliengruppe Saarbrücken (IGS), die zur städtischen Siedlungsgesellschaft gehört. Es ist an die Stadt vermietet. Deren Pressesprecher Thomas Blug sagt: „Zwölf Wohnungen sind belegt, elf von einzelnen Männern oder Frauen, eine mit einer Frau und ihrer Tochter und Enkeltochter.“ Und er erklärt: „Wir als Kommune sind gesetzlich dafür verantwortlich, drohende Wohnungslosigkeit zu verhindern beziehungsweise Wohnungslosigkeit zu beseitigen. Um alle Menschen, die keine eigene Wohnung haben, mit Wohnraum versorgen zu können, hat die Stadt derzeit mehr als 380 Wohnungen angemietet.“

Die Suche nach dem Brandstifter ist schwierig. Aus Ermittler-Kreisen hört man, dass vorgeladene Personen teils nicht erscheinen und man in dem Milieu schwer an Infos komme. Blug sagt: „Beobachtungen von Bewohnern und Verdachtsmomente wurden der IGS und der Polizei mitgeteilt. Wir müssen die strafrechtliche Beurteilung der Fälle abwarten, um auf der Basis gegebenenfalls Konsequenzen ziehen zu können.“

Quelle: www.saarbruecker-zeitung.de